Variabel verzinste Hypothekendarlehen
Der Darlehensnehmer akzeptiert bei Wahl eines variabel verzinsten Hypothekendarlehens, dass der Kreditgeber während der Vertragslaufzeit die Kreditzinsen ständig an das jeweils gültige Zinsniveau anpasst.
Vorteile
Werden die Zinsen gesenkt, reduzieren sich somit auch die monatlichen Belastungen. Variabel verzinste Kredite sind aufgrund der fehlenden Zinsfestschreibung und den daraus resultierenden Zinsbindungskosten oft die günstigste Variante und erfreuen sich deshalb großer Nachfrage. Der Unterschied zum festgeschriebenen Zins kann teilweise bis zu einem Prozentpunkt betragen.
Im Gegensatz zum Festzinsdarlehen sind jederzeit vorzeitige Tilgungen möglich. Variable Darlehen lassen sich zum Ende eines jeden Quartals teilweise oder komplett ohne Vorfälligkeitsentschädigung oder Strafzinsen tilgen. Festzins-Finanzierer können erst nach zehn Jahren Laufzeit rechtmäßig Darlehen gebührenfrei ganz oder teilweise zurückzahlen. Während der Bindungsfrist ist meist nur eine jährliche Sondertilgung von bis zu fünf Prozent der Kreditsumme möglich.
Nachteile
Die Banken neigen dazu, bei Zinssteigungen ihre Zinskonditionen sehr schnell anzupassen. Schlägt der Zins allerdings die andere Richtung ein, verfallen sie häufig in Lethargie. Der Kunde muss praktisch ständig die Aktualität der von ihm verlangten Zinsen kontrollieren. Gleiches gilt auch bei Zinserhöhungen, in manchen Fällen passen Kreditinstitute ihre Zinsen zu hoch an.
Der Zins wird alle drei Monate an den aktuellen Geldmarktzins Euribor angepasst. Zu diesem leihen sich die Banken untereinander Geld. Er orientiert sich am Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB). Da der Durchschnittszinssatz für variable Hypothekendarlehen durch die Deutsche Bundesbank in Tageszeitungen veröffentlich wird, sind jeweilige Zinsanpassungen für jedermann nachvollziehbar.
Dabei gibt es auch klare Vorgaben durch Gerichte. Das Oberlandesgericht Celle (Az: 3 U 240/98) entschied, dass sich der Zinssatz eng an dem Durchschnittszinssatz für variable Hypothekendarlehen der Deutschen Bundesbank orientieren muss. Der Abstand muss während der Vertragslaufzeit immer gleich bleiben. Vergrößert sich dieser um mehr als 0,2 Prozent nach oben, kann der Darlehensnehmer von seinem Kreditinstitut eine Zinssenkung verlangen.
Nach allen vorstehenden Ausführungen wird deutlich, dass ein variabel verzinstes Hypothekendarlehen nicht nur eine Menge Unsicherheiten birgt, sondern auch mit viel Aufwand und unter Umständen mit Ärger verbunden ist. Auf der anderen Seite kann es aber gerade in Zeiten hoher Bauzinsen von Vorteil sein, ein variabel verzinstes Hypothekendarlehen abzuschließen, um von potenziell niedrigeren Marktzinsen direkt zu profitieren.
Auf jeden Fall sollten sich Bauherren vor der Entscheidung für oder gegen ein solches Darlehen von einem Fachmann beraten lassen. Über das nachfolgende Formular können interessierte Leser über die Lead-Börse der Finads GmbH eine solche Beratung anfordern:
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ein Dienst von finanzexperten-finden.de
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