Fremdwährungsdarlehen



Interhyp – der führende Baufinanzierungsvermittler
Auch in Deutschland kommen Fremdwährungsdarlehen immer mehr in Mode. Bei der Fremdwährungsfinanzierung handelt es sich um einen Kredit, der im Rahmen der Baufinanzierung eingesetzt werden kann.

Allerdings lautet dieses Darlehen nicht auf Euro, sondern auf eine andere Währung, in dieser das Darlehen auch zurückzuzahlen ist.

Ziel der Aufnahme eines Fremdwährungsdarlehens ist die Ausnutzung niedrigerer Zinsniveaus, wie sie in anderen Ländern vorkommen. Je nach Risikobereitschaft kann diese frei gewählt werden. Von Kreditnehmern werden im Allgemeinen drei Währungsräume bevorzugt: Schweiz (CHF), Japan (Yen) und USA (USD).

Aufgrund seiner Stabilität hat sich der Schweizer Franken als „Europäische Währung“ am geeignetsten für eine langfristige, risikoarme Finanzierung erwiesen. Es besteht darüber hinaus auch die Möglichkeit, einen Fremdwährungskredit aus diesen Währungen zu mischen.

Vorteile von Fremdwährungsdarlehen

Zu den Vorteilen dieser Darlehensform gehört, dass durch die Aufnahme in fremden Währungen die Möglichkeit besteht, günstige Kapitalmarktbedingungen ausschöpfen zu können. Zinsvorteile sind dann möglich und der Betrag der über die Laufzeit bezahlten Zinsen kann sich erheblich verringern. Zudem kann eine günstige Wechselkursentwicklung den Vorteil noch vergrößern.

Unser nachfolgendes Beispiel soll zeigen, wie sich zum einen eine Änderung des Wechselkurses und zum anderen eine Änderung der Leitzinsen der Schweizer Notenbank auf die Kosten einer solchen Fremdwährungsfinanzierung auswirken:

Beispiel einer Fremdwährungsfinanzierung

Ein Bauherr sucht ein Immobiliendarlehen über 175.000 Euro mit einer Laufzeit von 20 Jahren. Auf der einen Seite wird ihm ein gewöhnliches Baudarlehen mit einem festen Zins von 4,90 Prozent für die nächsten 10 Jahre angeboten. Die Tilgung dafür würde drei Prozent pro Jahr betragen. Das zweite Angebot ist ein variabel verzinstes Fremdwährungsdarlehen in Schweizer Franken. Der variable Zins richtet sich dabei nach dem Zinssatz der SNB für 3-Monats-Geld (Libor) zuzüglich einem Aufschlag von 1,00 Prozentpunkten seitens der Bank. Bei einem derzeitigen Zins von rund 0,40 Prozent für Drei-Monats-Geld der SNB (Stand: Juli 2009) ergibt sich so ein anfänglicher Darlehenszins von 1,40 Prozent.

Darlehenskonditionen Baudarlehen
in Euro
mit festem Zins
Fremdwährungskredit
in Schweizer Franken
mit variablem Zins
Darlehenssumme in Euro 175.000,00 Euro
Nominalzins 4,90 Prozent 1,40 Prozent
Zeitraum des Vergleiches 10 Jahre
Tilgung 3 Prozent
Kosten aus Zins- und Tilgung über die Dauer des Vergleichs (10 Jahre) bei
gleich bleibendem Zins und Wechselkurs 138.250,00 Euro 77.000,00 Euro
gleich bleibendem Zins und
einem um 10 Prozent stärkeren
Schweizer Franken
  84.700,00 Euro
gleich bleibendem Zins und
einem um 25 Prozent stärkeren
Schweizer Franken
  96.250,00 Euro
gleich bleibendem Zins und
einem um 10 Prozent stärkeren
Euro
  70.000,00 Euro
gleich bleibendem Zins und
einem um 25 Prozent stärkeren
Euro
  61.600,00 Euro
einem um 0,50 Prozentpunkte
höheren Leitzinssatz der SNB
  85.750,00 Euro
einem um 0,75 Prozentpunkte
höheren Leitzinssatz der SNB
  90.130,00 Euro
einem um 0,75 Prozentpunkte
höheren Leitzinssatz der SNB
und einem um 10 Prozent
stärkeren Schweizer Franken
  97.830,00 Euro
Alle Werte gerundet.

Fazit aus unserem Beispiel

  • Sofern Wechselkurs und Nominalzins gleich bleiben, ist das Fremdwährungsdarlehen bei gleicher Tilgung immer dann günstiger, wenn der anfängliche Leitzins unter dem im Euro-Raum liegt.
  • Ist der Euro stark, wird das variabel verzinste Fremdwährungsdarlehen günstiger.
  • Ebenfalls günstiger wird das Fremdwährungsdarlehen, wenn der Leitzins der für die Fremdwährung zuständigen Notenbank gesenkt wird.
  • Bei einer starken Fremdwährung sowie der Leitzinsanhebung hingegen verteuert sich das Fremdwährungsdarlehen.

Die Ausführung des Fremdwährungskredits unterscheidet sich von Bank zu Bank. Während einige die Reglements einfach und nachvollziehbar halten, kann es auch passieren, dass es Klauseln im Vertrag gibt, die zusätzlich zum ohnehin schon bestehenden Risiko noch komplizierte Transaktionen wie Umwandlungen in Euro-Kredite beim Erreichen einer Währungsobergrenze festlegen.

Ein Fremdwährungsdarlehen sollte man nicht ohne genaue vorherige Informationen aufnehmen. Um schlaflose Nächte zu vermeiden, sollte auf jeden Fall ein Beratungsgespräch in Anspruch genommen werden. Denn der Darlehensnehmer muss sich im Klaren darüber sein, dass das Fremdwährungsdarlehen einen spekulativen Charakter hat und eine endgültige Entwicklung des Wechselkurses vorher nicht absehbar ist.

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