Kredit-News im September 2026: Mehr Studienkredite, günstige Beamtenkredite und der Wunsch nach Eigenheim

Der Kreditmarkt zeigt sich diesen Monat von seiner widersprüchlichen Seite: Während Studierende angesichts der stockenden BAföG-Reform verstärkt zu Krediten greifen, profitieren Beamte weiterhin von deutlich günstigeren Konditionen als Angestellte in der Privatwirtschaft. Gleichzeitig wächst bei vielen Deutschen der Wunsch nach den eigenen vier Wänden – ausgerechnet in einer Zeit, in der das Sparklima erstmals seit über einem Jahr wieder ins Minus rutscht. Drei Entwicklungen, die zeigen, wie unterschiedlich sich steigende Lebenshaltungskosten und politische Verzögerungen auf die Finanzierungssituation verschiedener Bevölkerungsgruppen auswirken.
Studienkredite statt BAföG-Warten: Immer mehr Studierende greifen zu Krediten
- Die Zahl der abgeschlossenen Studienkredite ist 2025 nach Jahren des Rückgangs erstmals wieder gestiegen
- Die geplante BAföG-Reform mit höherer Wohnkostenpauschale verzögert sich – ein Gesetzentwurf soll erst Ende Juli ins Kabinett
- Betroffen sind potenziell rund drei Millionen Studierende in Deutschland
Die Reform des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG) lässt weiter auf sich warten – und immer mehr Studierende ziehen daraus offenbar ihre Konsequenzen. Wie aus einem Bericht des Handelsblatt hervorgeht, ist die Zahl der abgeschlossenen Studienkredite 2025 erstmals seit Jahren wieder gestiegen, nachdem sie zuvor kontinuierlich rückläufig war.
Hintergrund ist die stockende BAföG-Reform. Eigentlich hatte die Koalition aus CDU, CSU und SPD angesichts gestiegener Lebenshaltungs- und Wohnkosten eine Erhöhung des BAföGs samt Wohnkostenpauschale vereinbart. Im jüngsten Koalitionsausschuss erklärte die Union das Vorhaben jedoch zur Verhandlungsmasse, um an anderer Stelle Zugeständnisse der SPD zu erhalten. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär sorgte zusätzlich für Unmut, als sie erklärte, es sei „kein Drama“, neben dem Studium zu jobben.
Erst Ende Juli will die Ministerin ihren Gesetzentwurf ins Kabinett einbringen – für viele Studierende mit Blick auf das im September startende Wintersemester offenbar zu spät. Bemerkenswert: Bei der Kreditaufnahme setzen die Studierenden ungern auf die KfW, sondern weichen zunehmend auf andere Anbieter aus.
Beamtenbonus bei der Bank: Kredite bis zu 15 Prozent günstiger als für Angestellte
- Beamte zahlen für Ratenkredite laut Verivox spürbar weniger Zinsen als Angestellte in der Privatwirtschaft
- Auch bei der Kreditzusage haben Staatsdiener deutlich bessere Chancen
- Grund ist die hohe Arbeitsplatzsicherheit und das überdurchschnittliche Einkommen von Beamten
Wer verbeamtet ist, kommt bei der Kreditvergabe deutlich besser weg als Angestellte in der freien Wirtschaft. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Vergleichsportals Verivox: Beamte zahlten für ihre Ratenkredite im Schnitt spürbar weniger Zinsen als andere Kreditnehmer – die Ersparnis bewegt sich im niedrigen zweistelligen Prozentbereich.
Auch bei der Kreditzusage zeigt sich der Unterschied deutlich: Während Beamte in rund 80 Prozent der Fälle mindestens ein Finanzierungsangebot einer Bank erhielten, lag die Quote bei Angestellten nur bei etwa 52 Prozent. Zudem nehmen Beamte im Schnitt höhere Kreditsummen auf als der Durchschnitt aller Kreditnehmer.
Als Grund nennt Verivox den besonderen Beschäftigungsstatus: Beamte sind in den meisten Fällen unkündbar und verfügen über ein sicheres, oft überdurchschnittliches Einkommen. Für Banken bedeutet das ein deutlich geringeres Ausfallrisiko – ein Vorteil, den sie in Form günstigerer Konditionen an Staatsdiener weitergeben. Wer keinen Beamtenstatus hat, sollte daher besonders auf einen sorgfältigen Kreditvergleich mehrerer Anbieter achten, um die Zinsdifferenz möglichst gering zu halten.
Sparklima trübt sich ein: Wunsch nach Wohneigentum wächst trotz enger werdender Budgets
- Der Anteil der Menschen, die für Wohneigentum sparen, ist binnen eines Jahres von 33,0 auf 38,8 Prozent gestiegen
- Der Sparklima-Index der Bausparkassen ist erstmals seit Frühjahr 2025 wieder negativ (minus 3,4 Punkte)
- Steigende Lebenshaltungskosten sind für 43,4 Prozent der „Weniger-Sparer“ der Hauptgrund für ihre Zurückhaltung
Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden wächst in Deutschland weiter – doch immer mehr Menschen fällt es schwerer, dafür tatsächlich Geld zurückzulegen. Das zeigt die aktuelle Sommerumfrage 2026 des Verbands der Privaten Bausparkassen, für die das Marktforschungsinstitut Kantar im Juni 2026 gut 2.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger befragt hat.
Wohneigentum als Sparziel legte im Jahresvergleich von 33,0 auf 38,8 Prozent zu und ist damit das einzige der wichtigsten Sparmotive, das gegenüber der Vorwelle an Bedeutung gewann. Gleichzeitig verschlechtert sich das allgemeine Sparklima: Der entsprechende Index fiel von 0,6 Punkten im Frühjahr auf minus 3,4 Punkte – erstmals seit Frühjahr 2025 überwiegt damit wieder der Anteil derer, die künftig weniger sparen wollen oder können.
Hauptgrund für reduziertes Sparen sind laut Umfrage steigende Ausgaben und Lebenshaltungskosten. Verbandsgeschäftsführer Christian König sieht Wunsch und finanzielle Möglichkeiten zunehmend auseinanderdriften, verweist aber auf mögliche Impulse durch die geplante Reform der privaten Altersvorsorge und die Frühstart-Rente. Wichtigstes Sparmotiv bleibt weiterhin die Altersvorsorge mit 57,7 Prozent, vor Konsum/Anschaffungen (43,1 Prozent) und Wohneigentum.