Kredit-News im April 2026: Bauzinsen im Aufwind, KFW verzeichnet Rekordnachfrage und Förderstopp für Kleinkredite

Der Iran-Krieg hinterlässt zunehmend Spuren auf dem deutschen Immobilienmarkt: Steigende Anleiherenditen treiben die Bauzinsen nach oben – und zwingen Kaufinteressierte zum schnellen Handeln und sorgfältigen Vergleichen. Während die staatliche KfW mit Rekordförderung gegensteuert und 2025 so viele Immobilienbesitzer wie nie zuvor unterstützt hat, sendet die Bundesregierung an anderer Stelle ein trüberes Signal: Der Mikrokreditfonds Deutschland, eine wichtige Finanzierungsbrücke für Kleinstunternehmen, wird zum Sommer 2026 eingestellt. Was das für Kreditnehmer, Bauherren und Unternehmer konkret bedeutet, erfahren sie in unseren News.
Bauzinsen im Aufwind: Was der Iran-Krieg für Immobilienkäufer bedeutet
- Der Iran-Krieg hat die Bauzinsen seit Kriegsbeginn um 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte verteuert – bei einer Kreditsumme von 340.000 Euro bedeutet das rund 600 Euro Mehrkosten pro Jahr.
- Zehnjährige Immobilienkredite kosten aktuell im Schnitt 3,8 Prozent, zwanzigjährige bereits 4,0 Prozent.
- Experten raten: nicht auf sinkende Zinsen spekulieren, sondern Angebote intensiv vergleichen – die Spanne zwischen günstigstem und teuerstem Anbieter beträgt derzeit bis zu 1,55 Prozentpunkte.
Wer aktuell eine Immobilie kaufen oder bauen möchte, sieht sich mit steigenden Finanzierungskosten konfrontiert. Auslöser ist der Krieg im Nahen Osten: Wegen wachsender Eskalationssorgen sind die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen auf den höchsten Stand seit 15 Jahren gestiegen – und da Banken ihre Immobilienkredite über den Anleihemarkt refinanzieren, geben sie die höheren Kosten direkt an Kreditnehmer weiter.
Laut einer Auswertung der Frankfurter Finanzberatung FMH unter mehr als 200 Banken liegen die Zinsen für zehnjährige Darlehen im Schnitt bei 3,8 Prozent – vor Kriegsbeginn waren es noch 3,6 Prozent. Wer wenig Eigenkapital mitbringt, sieht häufig bereits eine vier vor dem Komma.
Einen Zinsschock wie 2022 – als die Bauzinsen innerhalb weniger Monate von einem auf über vier Prozent schossen – erwarten Experten diesmal nicht. Ein weiterer moderater Anstieg ist jedoch nicht ausgeschlossen. Für Kaufinteressierte bedeutet das: Wer eine passende Immobilie gefunden hat, sollte nicht auf fallende Zinsen warten, sondern zügig und vor allem sorgfältig vergleichen. Wer das tut, kann im Einzelfall fünfstellige Beträge sparen. Für manche Bauherren dürfte die neue Lage dennoch bedeuten, ihre Finanzplanung grundlegend zu überdenken – oder Projekte vorerst zurückzustellen.
KfW-Förderung: Rekordnachfrage bei Immobilien – trotz sinkender Gewinne
- Die KfW hat 2025 rund 752.000 Immobilienbesitzer gefördert – ein Plus von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
- Insgesamt vergab die Förderbank Kredite und Zuschüsse von 61 Milliarden Euro – ein Drittel mehr als im Vorjahr.
- Trotz Rekord Förderung sank der Gewinn der KfW um 400 Millionen auf eine Milliarde Euro, vor allem wegen des schwachen US-Dollars.
Die staatliche Förderbank KfW blickt auf ein starkes Förderjahr zurück: 2025 wurden bundesweit Kredite und Zuschüsse in Höhe von 61 Milliarden Euro vergeben – rund ein Drittel mehr als im Jahr zuvor. Besonders gefragt waren Programme rund um klimafreundlichen Neubau und Heizungsaustausch. Insgesamt profitierten 752.000 Immobilienbesitzer, aber auch 137.000 Unternehmen und 35.000 Gründerinnen und Gründer.
Wie das funktioniert, zeigt das Beispiel von Frederik Fuchs aus Darmstadt: Für den Kauf einer klimafreundlichen Neubauwohnung in Frankfurt erhielt der 44-Jährige einen KfW-Kredit über 150.000 Euro zu 2,5 Prozent Zinsen – deutlich günstiger als der aktuelle Marktdurchschnitt.
Trotz des Förderbooms musste die KfW einen Gewinnrückgang hinnehmen: Unterm Strich blieb eine Milliarde Euro – 400 Millionen weniger als im Vorjahr. Als Hauptursache nennt die Bank die hohe Volatilität des US-Dollars, der 2025 gegenüber dem Euro stark an Wert verlor.
Für 2026 erwartet KfW-Chef Stefan Wintels eine ähnlich hohe Nachfrage. Strukturell plant die Bank zudem eine Vereinfachung ihrer Förderlandschaft: Die derzeit mehr als zehn Programme im Bereich Bauen und Wohnen sollen auf zwei Säulen reduziert werden – Neubau und Bestand. An den Konditionen soll sich dabei nichts ändern.
Förderstopp für Kleinkredite: Bundesregierung beendet Mikrokreditfonds zum Sommer 2026
- Der Mikrokreditfonds Deutschland, der seit 2010 rund 38.000 Kredite mit über 400 Millionen Euro Volumen vergeben hat, wird zum 30. Juni 2026 eingestellt.
- Die Regierung begründet das Ende mit Haushaltskonsolidierung, steigenden Ausfallquoten und verschärften Rechtsvorlagen.
- Ein zweites Förderinstrument – der Mikromezzaninfonds III – bleibt hingegen bis 2029 bestehen.
Die Bundesregierung lässt den Mikrokreditfonds Deutschland zum 30. Juni 2026 auslaufen. Das geht aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen hervor. Neue Kredite werden nur noch bis zu diesem Stichtag genehmigt und ausgezahlt.
Der Fonds war 2010 aufgelegt worden und ermöglichte kleinen und mittleren Unternehmen mit erschwertem Bankzugang Kredite von bis zu 25.000 Euro. Seit dem Start wurden rund 38.000 Kredite vergeben – allein seit 2015 wurden damit Unternehmen mit rund 70.000 Arbeitsplätzen unterstützt. Wegen laufender Rückzahlungen bleibt der Fonds aber noch bis mindestens Ende 2030 formal bestehen.
Als Gründe nennt die Regierung verschärfte Rechtsanforderungen, überlappende Länderprogramme, eine ungünstige Ausfallquote sowie die notwendige Haushaltskonsolidierung. Grünen-Finanzexpertin Katharina Beck kritisiert die Entscheidung scharf: Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten brauche der Mittelstand verlässliche Finanzierungsangebote – die Einstellung des Fonds sei das falsche Signal.
Immerhin: Der Mikromezzaninfonds III, der Kleinunternehmen stille Beteiligungen zur Eigenkapitalstärkung ermöglicht, wird fortgesetzt. Er war 2025 gestartet, läuft planmäßig bis 2029 und sieht Beteiligungen von insgesamt 75 Millionen Euro vor – mit besonderem Fokus auf nachhaltig wirtschaftende Unternehmen.