Mikrokredite
Doch auch hierzulande werden Mikrofinanzierungen vergeben. Vor allem Existenzgründer, die ihren Traum von der Selbstständigkeit verwirklichen wollen, bei den Banken aber keine Chance auf einen Kredit für Selbstständige haben, können von Mikrofinanzdarlehen profitieren. Sie können mit den Finanzierungen, die sich erfahrungsgemäß zwischen 5.000 und 10.000 Euro bewegen, notwendige Anfangsinvestitionen tätigen oder Mitarbeiter einstellen. Dabei wird auch nur die Summe gewährt, die benötigt wird, um ein Geschäft anzustoßen.
So lässt sich auch das Risiko minimieren. Denn je kleiner der Kreditbetrag, desto kleiner ist auch der Schaden bei einem Ausfall. Wie die Erfahrung zeigt, sind die die Ausfälle bei Mikrofinanzierungen kleiner als bei „normalen“ Krediten.
Zwar steigt der Bedarf an Mikrokrediten, allerdings sind diese für klassische Banken bisher noch nicht lukrativ genug und außerdem weisen die Kreditnehmer zu wenige Sicherheiten vor.
Gibt es Möglichkeiten für private Anleger, von Mikrofinanzierungen zu profitieren?
Für private Anleger ist es seit dem Jahr 2007 möglich, in Mikrofinanzierungsfonds zu investieren. Das privilegierte Zugangsrecht für institutionelle Anleger wurde mit der Novellierung des Investmentgesetzes (InvG) beseitigt. Mikrofinanzierungsfonds nehmen Banken, welche Kredite direkt an Kleinstunternehmen vergeben, das Kreditausfallrisiko vollständig ab. In Deutschland gibt es Mikrofinanzierungsfonds seit dem Jahr 2006.
Vor allem die relativ geringen Risiken und das qualifizierte Fondmanagement sowie die guten Renditeerwartungen machen diese Anlage sehr attraktiv. Das Maximalrisiko besteht für den Anleger lediglich darin, dass ein gewährtes Darlehen nicht zurückgezahlt werden kann und sich dadurch die Rendite etwas schmälert. Aufgrund der geringen Darlehenssumme pro Unternehmen werden die Risiken eines möglichen Ausfalls relativiert. Auch die geringen Ausfallquoten bestätigen den Erfolg der Mikrofinanzierungsfonds.
Selbst im Krisenjahr 2008, als fast alle Anlageklassen signifikante Mittelabflüsse hinnehmen mussten, konnten Mikrofinanzfonds unvermindert hohe Beliebtheit bei den Anlegern genießen. Die meisten Kreditnehmer unterhalten ihre Geschäfte nur in einem stark lokal begrenzten Raum, so dass Mikrofinanzfonds von der weltwirtschaftlichen Entwicklung unabhängig sind.
Anbieter und Zielgruppen von Mikrokrediten
Auf den ersten Blick richten sich Mikrokredite an dieselbe Zielgruppe wie etwa die Kreditplattform smava, Deutschlands erster Online-Marktplatz für Privatkredite. Denn dort erhalten Selbständige ebenfalls Kredite bis 25.000 Euro. Allerdings sind auf dem zweiten Blick entscheidende Unterschiede zu erkennen: Mikrokreditfonds richten sich primär an Existenzgründer, wohingegen bei smava Selbstständige mit einer Mindestbetriebsdauer von zwei Jahren finanziert werden, somit also bereits Daten über die Kapitaldienstfähigkeit vorliegen.
Für Verbraucher oder Freiberufler, die bei Banken keine Chance auf einen Kredit haben, ist smava trotzdem eine gute Alternative.

