Kredit-News im Januar 2026: Erschwinglichkeit von Eigentumswohnungen verbessert sich, Baufinanzierungsentwicklung 2026 und neue EH 55-Plus-Förderung

Das neue Jahr beginnt mit erfreulichen Nachrichten vom Immobilienmarkt: Eigentumswohnungen sind in vielen Regionen Deutschlands wieder deutlich erschwinglicher geworden, und die Bauzinsen haben sich auf einem nahezu gleichbleibendem Niveau stabilisiert. Gleichzeitig sorgt eine neue Förderoffensive des Bundes für zusätzlichen Rückenwind beim klimafreundlichen Wohnungsbau. In unserer News erfahren Sie, wie sich die Erschwinglichkeit regional entwickelt hat, welche Zinsentwicklung Experten für 2026 prognostizieren und wie Sie von der neuen EH 55-Plus-Förderung mit bis zu 100.000 Euro pro Wohneinheit profitieren können. Bleiben Sie informiert über die wichtigsten Entwicklungen auf dem Kreditmarkt – es lohnt sich!
Eigentumswohnungen in Deutschland wieder erschwinglicher – Studie zeigt regionale Unterschiede
- Erschwinglichkeit deutlich verbessert: Haushalte benötigen durchschnittlich 29 Prozent des Nettoeinkommens für die Finanzierung (Oktober 2025)
- Metropolen bleiben angespannt (39 Prozent Belastung), Küstenregionen und ländliche Gebiete zeigen starke Verbesserungen
- Staatliche Maßnahmen könnten Entlastungen bis 85.000 Euro ermöglichen
Interhyp und das Institut der deutschen Wirtschaft haben die Erschwinglichkeit von Eigentumswohnungen in 400 deutschen Landkreisen und Städten untersucht. Das Ergebnis: In den letzten zwei Jahren hat sich die Situation spürbar entspannt. Der Erschwinglichkeitsindex liegt aktuell bei 128 Punkten, was bedeutet, dass der Wohnungskauf deutlich unter der kritischen Belastungsgrenze von 35 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens liegt. Gestiegene Löhne, ein leicht rückläufiges Zinsniveau unter 4 Prozent und moderat steigende Preise haben zu dieser positiven Entwicklung beigetragen. Besonders auffällig sind die Verbesserungen in den Küstenregionen – Nordfriesland (+29 Prozent), Vorpommern-Rügen (+23 Prozent) und weitere Ostsee- und Nordseeregionen verzeichnen die größten Zuwächse beim Index.
In den Top-7-Metropolen (München, Hamburg, Berlin, Frankfurt, Stuttgart, Köln, Düsseldorf) bleibt die Lage jedoch angespannt. Hier müssen Gutverdiener-Haushalte durchschnittlich 39 Prozent ihres Einkommens aufwenden. Die Studie zeigt auch: Politische Maßnahmen könnten erhebliche Entlastungen schaffen. Eine Halbierung der Grunderwerbsteuer kombiniert mit einem zinsvergünstigten Nachrangdarlehen bis 150.000 Euro würde in Metropolen wie Frankfurt oder Berlin zu Einsparungen von über 80.000 Euro führen. Selbst in günstigeren ländlichen Regionen wären die relativen Entlastungseffekte spürbar.
Bauzinsen 2026: Experten erwarten Seitwärtsbewegung mit leichter Aufwärtstendenz
- Bauzinsen werden 2026 voraussichtlich zwischen 3,1 Prozent und 3,7 Prozent liegen – Phase unter 3,5 Prozent ist vorerst vorbei
- Immobilienpreise steigen weiter um ca. 3 Prozent deutschlandweit, in Metropolen bis zu 5 Prozent möglich
- Nachfrage nach Baufinanzierungen hat seit 2024 deutlich zugenommen und wird sich 2026 fortsetzen
Das Jahr 2025 war geprägt von stabilen Baufinanzierungszinsen zwischen drei und 3,5 Prozent sowie vier Leitzinssenkungen der Europäischen Zentralbank. Nach Schwankungen im ersten Quartal bewegten sich die Zinsen in den Folgemonaten kaum und verharrten im vierten Quartal nahezu bewegungslos um 3,3 Prozent.
Für 2026 prognostizieren Experten eine Fortsetzung der Seitwärtsbewegung mit leichter Aufwärtstendenz. Florian Pfaffinger von Dr. Klein rechnet mit einer Zinsspanne zwischen 3,1 und 3,7 Prozent. Die Prognose basiert auf stabilen Wirtschaftsdaten und einem erwarteten leichten Konjunkturaufschwung in der Eurozone. Ein wichtiger Treiber für steigende Zinsen ist die zunehmende Staatsverschuldung – Deutschland wird 2026 ein Rekordvolumen an Bundesanleihen ausgeben, was die Renditeerwartungen von Investoren erhöht.
Die Immobilienpreise sind 2025 deutschlandweit um circa drei Prozent gestiegen. Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender der Dr. Klein Privatkunden AG, sieht auch für 2026 eine ähnliche Entwicklung. In Ballungszentren und Metropolen sind Preissteigerungen von vier bis fünf Prozent möglich. Grund ist das weiterhin knappe Angebot bei gleichzeitig hoher Nachfrage durch zu wenig Neubau. Stark steigende Mieten und gestiegene Gehälter bleiben wichtige Treiber für den Kauf von Wohneigentum.
Neue EH 55-Plus-Förderung: Bund investiert 800 Millionen Euro in klimafreundlichen Wohnungsbau
- Seit dem 16. Dezember 2025 zinsverbilligte KfW-Kredite bis 100.000 Euro pro Wohneinheit – Zinssatz bei 2,84 Prozent für 35 Jahre
- Voraussetzung: Effizienzhausstandard 55 mit 100 Prozent erneuerbaren Energien, Baugenehmigung muss vorliegen, Baustart noch nicht erfolgt
- Förderung zeitlich befristet bis Mittel aufgebraucht – Abruf innerhalb 12 Monaten, Verlängerung bis maximal 24 Monate möglich
Am 16. Dezember 2025 startete die zeitlich befristete Effizienzhaus 55-Plus-Förderung mit 100 Prozent erneuerbaren Energien. Bundesministerin Verena Hubertz investiert 800 Millionen Euro, um baureife Projekte zu aktivieren und dringend benötigten Wohnraum zu schaffen. Der effektive Zinssatz liegt zum Start bei 2,84 Prozent für Darlehen mit 35 Jahren Laufzeit und 10 Jahren Zinsbindung – deutlich unter dem aktuellen Marktniveau. Annuitätische Darlehen mit 10 Jahren Laufzeit gibt es zu rund 1,94 Prozent.
Die Förderung richtet sich an baureife Vorhaben und bietet bis zu 100.000 Euro zinsverbilligte KfW-Kredite pro Wohneinheit. Gefördert werden der Neubau oder Ersterwerb von Wohngebäuden im Effizienzhausstandard 55 mit Wärmeerzeugung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien. Fossile Energieträger wie Gas und Öl sind ausgeschlossen – förderfähig sind Wärmepumpen, Fernwärme, Solarwärme oder Biomasse. Kommunen können zusätzlich einen Zuschuss von fünf Prozent erhalten.
Voraussetzung für die Förderung ist eine bereits vorliegende Baugenehmigung, wobei der Baustart noch nicht erfolgt sein darf. Mit der Förderung will das Ministerium den Bauüberhang kurzfristig aktivieren. Der Kreditbetrag muss innerhalb von 12 Monaten abgerufen werden, eine Verlängerung ist maximal bis zu 24 Monate möglich. Die Förderung ist befristet und endet, sobald die bereitgestellten Mittel ausgeschöpft sind.
Bereits im Vorfeld wurden die Zinskonditionen bei allen bestehenden Förderprogrammen verbessert sowie die Fördervoraussetzungen bei „Klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment“ und „Jung kauft alt“ angepasst.