Das vergangene Jahr hat eine Krise mit sich gebracht, welche die Welt seit vielen Jahrzehnten nicht mehr gesehen hatte. Die Immobilienkrise in den USA hatte sich zu einer Finanzkrise verstärkt, die immer schlimmer wurde und auch dieses Jahr immer wieder neue Beben in Wirtschaft und Finanzwelt mit sich bringt. Eine der Branchen, die neben der Gastronomie immer stark von Einbrüchen der Konjunktur betroffen wird, ist die Baubranche.
Die aktuellen Zahlen, die das Statistische Bundesamt heute dazu veröffentlicht hat, stimmen bedenklich. Die Rückgänge bei den Aufträgen sind unübersehbar und eine Wende des Negativtrends scheint auch in diesem Jahr nicht in Sicht. Allein bei den neuen Nichtwohngebäuden aus nichtöffentlicher Hand gab es im vergangenen Jahr noch ein Plus. Dies wird jedoch in diesem Jahr nicht mehr so sein. Die Kreditklemme, die von den Banken immer mehr weggeredet, von den Politiker aber immer heftiger diskutiert wird, zeigt immer mehr ihre negativen Wirkungen. Und gerade bei den nichtöffentlichen Nichtwohngebäuden sind es nun mal hauptsächlich Immobilienkredite wie wir sie Ihnen auf unserer Seite http://www.kreditvergleich.net/immobilienfinanzierung vorstellen, die dazu verwendet werden. Kaum ein Unternehmen hat jedoch im Moment das Geld, in einen solchen Bau zu investieren. Durch den Umgang der Geldinstitute mit Unternehmen in diesen Tagen in Sachen Kreditvergabe wird dies auch nicht besser werden – ganz im Gegenteil.
Dies zeigt sich schon seit Monaten. Dieses Jahr wird ein noch schlimmerer Einbruch kommen. Die monatlichen Zahlen, bis jetzt bis einschließlich April 2009 erhältlich, zeigen, wie schlimm die Lage in der Bauwirtschaft geworden ist. Und gerade hier zeigt sich auch, dass die Konjunkturhilfen, welche die Bundesregierung aufgelegt hat, nicht richtig greifen und die Lage immer brenzliger wird.
Die vollständigen Zahlen für das Baugewerbe im vergangenen Jahr:
„Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden im Jahr 2008 in Deutschland 176 000 Wohnungen fertig gestellt. Das waren 16,5% oder 39 000 Wohnungen weniger als im Vorjahr. Seit 1995, als mit knapp 603 000 Wohneinheiten ein Höchststand erreicht wurde, ging die Zahl der jährlich fertig gestellten Wohnungen um mehr als 70% zurück.
Von den 176 000 fertig gestellten Wohnungen waren 152 200 Neubauwohnungen in Wohngebäuden, das waren 17,8% weniger als im Jahr 2007. Dabei lag der Rückgang der Fertigstellungen von Einfamilienhäusern bei 22,0% und der von Wohnungen in Zweifamilienhäusern bei 23,6%. In Mehrfamilienhäusern wurden 8,8% weniger Wohnungen fertig gestellt als 2007.
Dagegen stieg der umbaute Raum der fertig gestellten neuen Nichtwohngebäude gegenüber dem Jahr 2007 auf 206,8 Millionen Kubikmeter (+ 15,3%). Dieses Plus ist vor allem auf die nichtöffentlichen Bauherren (+ 17,5%) zurückzuführen. Bei den öffentlichen Bauherren wurde das Ergebnis von 2007 unterschritten (- 7,4%).“
(Quelle: Statistisches Bundesamt)
Aufgrund der nackten, aber umso härteren, Zahlen stellt sich natürlich die Frage, wie man der Vergabe“politik“ der Banken in Sachen Kredite Herr werden kann. Die meisten Geldinstitute rücken hier nicht von ihrer Meinung und ihrem Verhalten ab, sich günstig Geld bei der Europäischen Zentralbank zu verschaffen, damit aber ihre Bücher zu beschönigen, anstatt günstige Kredite für Verbraucher und Unternehmen möglich zu machen.
Und während der Wahlkampf für die Bundestagswahlen, die im September dieses Jahres stattfinden, bereits tobt, sind sich Union und SPD hier einig: Es muss etwas passieren, damit die Kreditklemme endlich ein Ende findet. So wirft Finanzminister Steinbrück inzwischen “einigen Managern” die an der Spitze der Banken stehen, “Geschäfte mit der Krise” vor. Und trifft damit möglicherweise sogar den Nagel auf den Kopf, wenn man bedenkt, dass einige Geldinstitute ihre schlechten Geschäftsberichte mit den Billigkrediten von der EZB (dafür gültiger Leitzins von 0,5 Prozent derzeit) sanieren. In der „Welt am Sonntag“ blies der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Volker Kauder in dasselbe Horn: „Die Banken nutzen das billige Geld nicht, um die deutsche Wirtschaft zu finanzieren, sondern in erster Linie sich selbst.”
Vizekanzler Steinmeier und Kanzlerkandidat der SPD, drohte mit Zwangsmaßnahmen. “Wenn wir in einigen Wochen sehen, dass die Banken noch immer nicht bereit sind, ihre Aufgabe als Dienstleister der Wirtschaft zu erfüllen, dann müssen wir über weitere Schritte nachdenken.”, sagte er zum “Tagesspiegel”. Und auch Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg verlangt eine andere Gangart. Wie dies jedoch in rechtlicher Weise umgesetzt werden könnte, das weiß bis jetzt noch niemand. Sicher ist jedoch, dass etwas passieren muss und die Banken sich jetzt nicht auf dem Bad Bank-Modell ausruhen dürfen, welches der Bundestag am Freitag vergangener Woche verabschiedet hat. Es ist nun an der Zeit, dass die, welche eine große Mitverantwortung für die Finanzkrise – und damit auch für die Wirtschaftskrise – tragen, endlich auch ihre Verantwortung in einem Neuanfang sehen, der nicht nur die eigenen Bücher betrifft, sondern die gesamte Gesellschaft.
