Exporte brechen im 1. Quartal 2009 ein

Deutschland war in den letzten Jahren immer die Nummer Eins bei den Exporteuren und damit zugleich auch Exportweltmeister. Auch eine immer stärker werdende Konkurrenz aus China konnte daran nichts ändern, denn: Made in Germany hatte immer eine größere Bedeutung als Made in China. Dann aber kam die Krise…

Und das bedeutet inzwischen auch einen massiven Einbruch der Exporte, was sich im ersten Quartal dieses Jahres gleich in einem Minus von dramatischen 21,2 Prozent niederschlägt. Keine gute Nachrichten für unser Land, das in vielen Bereichen so sehr vom Export abhängt. Dennoch bedeutet dies nicht zugleich, dass wir nun alle den Sand in Kopf stecken sollten. Die vorher guten Zahlen haben sind nun eben nicht mehr so gut, das heißt aber nicht, dass unsere Wirtschaft jetzt völlig vom Aus bedroht ist.

Spätestens zum Herbst dieses Jahres soll es wieder eine Wende geben in Sachen Wirtschaft, und das bedeutet, die eingebrochenen Exporte werden auch wieder anwachsen. Die jetzigen Zahlen sehen eben sehr schlecht aus angesichts der sehr guten Zahlen des ersten Quartals von 2008. Eigentlich ein sehr schlechter Vergleich, da die Zahlen scheinbar auch signalisieren, dass die Lage verdammt schlecht ist. Dies ist sie aber nicht, jedoch eben in den ersten drei Monaten des Jahres 2009 um einiges schlechter als noch im gleichen Zeitraum des Jahres davor.

Doch warum brechen weltweit die Wirtschaftszahlen so stark ein? Dies ist teilweise nur indirekt eine Folge der Finanzkrise. Gerade in diesen Zeiten scheuen viele Unternehmen Investitionen, die antizyklisch wirken und sie damit weiter bringen würden. Auf der anderen Seite sind die Banken in solchen Tagen nur sehr ungern bereit, Kredite an Unternehmen zu vergeben, was bedeutet, dass viele der Unternehmen, die eigentlich investieren wollen, dies jedoch mangels Kredite nicht können. Einen Überblick über Banken, welche auch an Unternehmer Kredite vergeben finden interessierte Leser auf unserer Seite zum Thema Kredite für Selbstständige. So ergibt sich eine Kreditklemme, die schwer auf die Wirtschaft der einzelnen Länder, aber auch auf die Weltwirtschaft wirkt. Zusätzliche Einsparungen bei der Entwicklungshilfe machen die Situation noch schlimmer, da dadurch Schwellenländer Probleme haben, sowohl zu produzieren, als eben auch benötige Güter einzuführen, was sich wiederum auf die Exportzahlen anderer Länder,  wie zum Beispiel Deutschland, auswirkt.

Die kompletten Daten, ermittelt vom Statistischen Bundesamt:

„Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sanken die deutschen Gesamtausfuhren im ersten Quartal 2009 um 21,2% gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal 2008 auf 199,0 Milliarden Euro.

Exporte in Länder außerhalb der EU gingen mit – 19,6% (auf 71,7 Milliarden Euro) etwas weniger stark zurück als die Gesamtausfuhren. Besonders die Ausfuhren nach China (– 3,3% auf 7,6 Milliarden Euro), in die Schweiz (– 7,3% auf 9,0 Milliarden Euro) und nach Indien (– 8,0% auf 1,8 Milliarden Euro) waren in geringerem Maß von den allgemein zu beobachtenden Rückgängen betroffen.

Überdurchschnittlich stark eingebrochen sind die Ausfuhren in die Türkei (– 38,7% auf 2,5 Milliarden Euro) und nach Russland (– 31,4% auf 5,2 Milliarden Euro).

Die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten fielen um 26,4% auf 13,8 Milliarden Euro und nach Japan um 22,4% auf 2,6 Milliarden Euro.

Die Versendungen in die EU-Mitgliedsländer verringerten sich um 22,0% auf 127,3 Milliarden Euro. In die nicht zur Eurozone zählenden Länder der EU gingen Waren für insgesamt 39,0 Milliarden Euro (– 25,9%), in die Eurozone für 88,3 Milliarden Euro (– 20,2%). Relativ geringe Rückgänge zeigten die Versendungen nach Österreich (– 10,1% auf 12,1 Milliarden Euro) und Dänemark (– 10,2% auf 3,6 Milliarden Euro). Spanien (– 37,0% auf 7,7 Milliarden Euro) und Ungarn (– 35,7% auf 2,9 Milliarden Euro) nahmen hingegen deutlich weniger deutsche Waren ab als im ersten Quartal 2008.

Die deutschen Gesamteinfuhren verringerten sich im ersten Quartal 2009 um 14,7% auf 172,2 Milliarden Euro.

Die Einfuhren aus Ländern außerhalb der EU gingen weniger stark zurück (– 11,2% auf 73,3 Milliarden Euro) als die gesamte Einfuhr. Neben den Einfuhren aus Indien (+ 5,5% auf 1,4 Milliarden Euro) und den USA (+ 4,7% auf 11,5 Milliarden Euro), trug hierzu die Entwicklung der Einfuhren aus China (– 1,5% auf 13,7 Milliarden Euro), der Schweiz (– 3,1% auf 7,4 Milliarden Euro) und Norwegen (– 5,0% auf 5,3 Milliarden Euro) bei. Besonders stark verminderten sich dagegen die wertmäßigen Einfuhren aus Russland (– 31,1% auf 5,8 Milliarden Euro).

Die Eingänge aus der EU‑27 sanken etwas stärker (– 17,1% auf 98,9 Milliarden Euro) als die Gesamteinfuhren. Die Warensendungen aus der Eurozone, zu der seit Anfang 2009 auch die Slowakei gehört, nahmen um 16,4% ab (auf 68,6 Milliarden Euro), die Importe aus der Gruppe der nicht zur Eurozone zählenden EU‑Staaten sanken um 18,9% (auf 30,3 Milliarden Euro). Deutlich geringer waren dabei die Abnahmen der Eingänge aus Rumänien (– 3,1% auf 1,1 Milliarden Euro). Dagegen sind die Eingänge aus Ungarn (– 28,0% auf 3,4 Milliarden Euro) und Schweden (– 27,6 auf 2,6 Milliarden Euro) überdurchschnittlich stark gesunken.“

(Quelle: Destatis)