Restschuldversicherung
Wer heutzutage eine Kreditfinanzierung aufnimmt, bekommt meistens eine Restschuldversicherung (auch als Kreditversicherung bekannt) mit angeboten. Dabei handelt es sich eine Absicherung für den Kreditnehmer gegen bestimmte Risiken des Lebens wie zum Beispiel längere Krankheit, Arbeitslosigkeit oder den Tod.
Mindestabsicherung
Die Todesfallvariante wird auch als Mindestabsicherung bezeichnet. Stirbt der Kreditnehmer, wird von der Restschuldversicherung der Restkreditbetrag als Versicherungsleistung übernommen.
Kombiabsicherung
Neben der Mindestabsicherung gibt es noch die Kombi-Absicherung, die neben der bereits erwähnten Absicherung gegen den Todesfall auch einen umfassenden Schutz gegen Unfall (unfallbedingte Invalidität) und Arbeitsunfähigkeit bietet. Die Versicherung befreit den Kreditnehmer von seinen Rückzahlungsverpflichtungen, wenn dieser den Kredit nach Wegfall der Lohnzahlung nicht mehr bedienen kann.
Komplettabsicherung
Eine weitere Form ist die Komplettabsicherung. Mit dieser ist der Kreditnehmer am besten gegen die Risiken des alltäglichen Lebens abgesichert. Die Versicherung umfasst nicht nur Unfall, Arbeitsunfähigkeit und Tod, sondern auch die Arbeitslosigkeit.
Da viele Banken versuchen, mit möglichst jedem Kredit eine Restschuldversicherung zu verkaufen, sollte vor Abschluss einer solchen darüber nachgedacht werden, ob dieser oft teure Versicherungsschutz wirklich sinnvoll ist.
Beispielrechnung zu den Kosten einer Restschuldversicherung
Wie sich eine solche Restschuldversicherung auf die insgesamt zurückzuzahlende Kreditsumme auswirken kann, stellen wir Ihnen nachfolgend an dem Sofortkredit der Creditplus Bank für einen 30-jährigen männlichen Kunden dar, der einmal ohne Restschuldversicherung und einmal mit Komplettabsicherung beantragt wird:
| Sofortkredit der CreditPlus Bank |
ohne Restschuldversicherung | mit Restschuldversicherung |
| Kreditsumme | 10.000 Euro | 10.000 Euro |
| Laufzeit | 60 Monate | 60 Monate |
| Beitrag zur Rest- schuldversicherung |
0 Euro | 1.119,64 Euro |
| Gesamtkosten des Kredites | 11.447,40 Euro | 12.729,00 Euro |
| Effektiver Jahreszins | 5,59 % p.a. | 10,29 % p.a. |
| Mehrbelastung durch Kreditversicherung |
1.281,60 Euro oder 11,20 % | |
Wie sich aus dem Beispiel ergibt, verteuert die Kreditversicherung schon bei einer Summe von nur 10.000 Euro den Kredit um 11,20 Prozent.
Sinnvoll ist die Kreditversicherung, wenn es sich um Kreditsummen handelt, bei denen der Ausfall eines Kreditnehmers oder der Wegfall seiner Haupteinkommensquelle schnell existenzbedrohend werden. Bei den meisten Ratenkrediten und vor allem Kleinkrediten wird das selten der Fall sein, so dass auf den Abschluss einer Restschuldversicherung verzichtet werden kann.
Anders sieht es dagegen bei der Immobilienfinanzierung aus. Wenn man bedenkt, dass es in der Regel 20 Jahre dauert, bis ein Baudarlehen getilgt ist, kann ein Kreditausfall den finanziellen Ruin der Familie bedeuten. In diesem Fall empfiehlt sich immer der Abschluss einer Kreditversicherung. Anders als bei unserem Beispiel eines normalen Ratenkredites, wo der zusätzlich aufzubringende Betrag sich auf 11,20 Prozent beläuft, bewegt dieser sich aufgrund der hohen Darlehensumme bei Immobilienfinanzierungen meist nur im Bereich von 1 bis 2 Prozent.
Fazit
Im Endeffekt ist festzuhalten, dass eine Restschuldversicherung bei einem normalen Ratenkredit nicht notwendig ist. Wer als Kreditnehmer seine Angehörigen für den Todesfall abgesichert wissen möchte, sollte auf eine wesentlich günstigere Risikolebensversicherung zurückgreifen. Bei einer Immobilienversicherung dagegen sollte aufgrund der hohen Darlehenssumme und der langen Laufzeit auf keinen Fall auf eine Restschuldversicherung verzichtet werden.
