Der DIHK, der Deutsche Industrie- und Handelskammertag, hat eine Umfrage zu den Kreditkonditionen der Unternehmen bei Banken gemacht, und stellt fest: Die Konditionen für die Kreditaufnahme haben sich seit Frühjahr dieses Jahres noch verschlechtert. Dies widerspricht all jenen Expertenmeinungen, die aussagen wollen, Nein, es gibt keine Kreditklemme, oder Nein, es geht alles wieder seinen normalen Gang.
Vielleicht geht es unserer Wirtschaft langsam wirklich besser, doch für den Bereich der Kreditversorgung von Unternehmen sowie die Kredite für Selbstständige gilt dies längst noch nicht. Der DIHK schreibt klar: Die Finanzierungsprobleme verschärfen sich auch weiter „t rotz konjunktureller Lichtblicke“. Die „Gretchenfrage des Aufschwungs“ könnte deshalb sogar die Finanzierung werden.
Doch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag wirft nicht nur mit irgendwelchen Vorwürfen um sich, sondern belegt das Thema Kreditklemme auch mit harten Zahlen, und zeigt damit, dass das angebliche Schreckgespenst tatsächlich existiert:
- „Bei 66 % der Betriebe mit schlechteren Kreditkonditionen ist die Betriebsmittelfinanzierung Ursache für die Verschlechterung: Um Aufträge vorzufinanzieren, fehlt derzeit oft Liquidität. Zudem sind Banken wegen fehlender oder geringer Sicherheiten häufig vorsichtig.
- Bei 20 % sind es die Kreditversicherungen: Insbesondere in Handel und Industrie fehlt zunehmend der Versicherungsschutz bei Lieferungen. Müssen die Unternehmen in Vorkasse gehen, entsteht zusätzlicher Liquiditätsdruck. Im schlimmsten Fall kommen Aufträge gar nicht zustande.
- Exportfinanzierung (11 %): Gerade „Star-Branchen“ der deutschen Wirtschaft – Maschinenbau (24 %), Chemische Industrie (14 %), Elektrotechnik (13 %) – haben Probleme bei der Exportfinanzierung. Fehlt diese, wird ein für die Erholung wichtiger Konjunkturmotor geschwächt.
- Investitionsfinanzierung (54 %): Zwar erholt sich die Investitionsbereitschaft langsam. Betriebe versuchen, sich mit Rationalisierungen und Innovationen fit zu machen. Oft wird diese vorausschauende Planung bei der Kreditvergabe jedoch nicht berücksichtigt.“
Doch es kommt wohl alles noch schlimmer, wenn die Banken ihre Gangart bei der Kreditvergabe an Unternehmen und Kleingewerbetreibende nicht ändern. „ Selbst Betriebe mit besseren Geschäftserwartungen für die nächsten 12 Monate sind laut einer DIHK-Umfrage von Finanzierungsschwierigkeiten (27 %) betroffen.“, heißt es da in den nun veröffentlichten Zahlen.
Es wird also Zeit, endlich Zeit, für die Banken, eine neue Strategie zu entwickeln. Eine Erhöhung der Eigenkapitalquote, wie sie vorgesehen ist, wird da nicht viel bringen, ganz im Gegenteil, sie würde eine Vergabe günstiger Kredite sogar noch erschweren. Dennoch ist ein Rumrudern erforderlich, von Seiten der Kreditinstitute, aber vielleicht von Seiten des Staates, der nicht immer und überall eingreifen kann und sollte. Denn gerade der Mittelstand wird hier auch weiterhin finanziell sehr angefressen und muss dringend Geld erhalten durch die Kreditversorgung, damit die Geschäfte weitergehen können.
(Quelle Zahlen: DIHK)
