Kredite an Unternehmen und eine mögliche Kreditklemme, dies ist ein Thema, das uns bereits seit Monaten beschäftigt. Nachdem sich die Wirtschaft in unserem Lande schneller erholt, als gedacht wurde, kommt die Kreditklemme nun erneut auf den Tisch – denn, je besser es konjunkturell wird, desto mehr Kredite werden benötigt, im Unternehmensbereich als Darlehen, aber auch im privaten Bereich, für Konsumentenkredite.
Der Mittelstands-Beauftragte der Bundesregierung, Ernst Burgbacher, hat dem „Handelsblatt“ heute ein Interview gegeben, das aufhorchen lässt. „Ich würde aktuell von keiner Kreditklemme reden.“, verneint er die Frage nach einer vorhandenen Kreditklemme. Wirft aber sogleich nach: „In vielen Fällen kommen aber Kreditnehmer und Kreditgeber nicht zusammen.“
Er setzt, wie die Bundesregierung, auf den Kreditmediator – dem bislang jedoch wenig Erfolg beschieden war. Burgbacher sieht zwar im Moment keine Verknappung bei Krediten, dieses Szenario könnte aber in Zukunft doch noch Wirklichkeit werden. Schlechte Unternehmensbilanzen aus dem Krisenjahr 2009 und zu wenig Eigenkapital bei den Banken könnten zu einer Kreditklemme führen.
Derweil gibt es immer noch den Wirtschaftsfonds Deutschland, der über der Kreditanstalt für Wiederaufbau Kredite aus staatlicher Hand vergibt. Etwa 3 400 Anträge wurden dabei bearbeitet und es wurden Kredite mit einem Volumen von 7,2 Milliarden Euro vergeben seit der Einführung des Fonds im Frühjahr 2009.
Dennoch ist nicht nur Staat gefragt bei der Frage nach der Vergabe von Krediten. Auch die Banken sind gefragt, jetzt nicht dicht zu machen und nur auf die Bilanzen von 2009 zu sehen, sondern auch auf den aktuellen Stand der Dinge und die wirtschaftlichen Aussichten der Unternehmen, die Kredite beantragen. Sonst wird es früher oder später zu einer Verknappung von Darlehen und damit zu einer Kreditklemme kommen…
