Erst die Bekanntgabe des Kaufes von Sal. Oppenheim – und da gleich 100 Prozent der Anteile. Die Deutsche Bank übernimmt damit die angeschlagene Privatbank und stärkt dadurch ihren ersten Platz auf dem deutschen Bankenparkett noch weiter.
Gewinne im dritten Quartal 2009 und das Globaldarlehen
Dann die nächste Nachricht, die gestern einschlug: Die Deutsche Bank schreibt schwarze Zahlen, und das nicht gerade in geringem Ausmaß. Vor EBIT (vor dem Abzug von Zinsen und Steuern) gab es einen Gewinn von 1,3 Milliarden Euro, nach EBIT sogar einen Gewinn von 1,4 Milliarden Euro.
Und heute dann die Unterschrift unter den Vertrag mit der KfW Bankengruppe über ein Globaldarlehen für deutsche Unternehmen, in Höhe von einer Milliarde Euro. Dieses wurde bereits im September angekündigt, und wurde nun, nur kurz nach der Bekanntgabe der Zahlen für die Monate Juli bis September 2009, auch unterschrieben.
Damit positioniert sich die Deutsche Bank stark auf dem Finanzmarkt in Deutschland und zeigt, dass es auch anders geht. Wo andere Banken immer noch Abschreibungen vornehmen müssen und in die Verlustzone gelangen, schreibt der Branchenprimus wieder die richtig guten Zahlen.
Doch wie sieht es mit dem Datenschutz aus?
Dies ist auch ein Signal in die Richtung der anderen Banken. Schaut her, so geht es, scheint Josef Ackermann, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, rufen zu wollen. Und vergisst dabei jedoch, Stellung zu nehmen zu dem, was vielen Privatkunden in Deutschland derzeit auf den Nägeln brennt: Wie sieht es eigentlich mit dem Datenschutz aus in den Banken?
Die Postbank, im Februar dieses Jahres zu 23 Prozent an die Deutsche Bank übergegangen, welche die Option hält, die Postbank im Laufe der Zeit ganz zu übernehmen, ist, anders als die Deutsche Bank, derzeit nicht mit guten Nachrichten in den Medien anzutreffen.
Der Datenmissbrauch bei der Postbank Finanzberatung AG zeigt mehr und mehr, wie sehr da mit Kundendaten geschludert wurde – und wie sich die Postbank selbst mit faden Ausreden (die freien Finanzberater hätten nur Zugriff gehabt auf regionale Daten und nicht auf die ganze Datenfülle der Postbank, was wiederum dann von „Finanztest“ dementiert wurde) herauswinden wollte, nachdem es erst tagelang gar keine Stellungnahme gegeben hatte von Postbank-Seite aus.
Nun ist aber die Deutsche Bank nun mal Teileigner der Postbank und sollte alsbald auch dazu Stellung nehmen. Schließlich ist das Ungemach namens Datenmissbrauch damit nicht in fremden Häusern unterwegs, sondern unter dem eigenen Dach.
Wir warten deshalb gespannt auf eine Stellungnahme von Herrn Ackermann, auch zu den negativen Dingen des Bankenlebens und nicht zu den, wohlgemerkt wirklich erfreulichen, Geschehnissen, welche die Deutsche Bank direkt betreffen.
