Neuer Skandal um die Postbank: Datenschutz? Fehlanzeige!

Die Postbank kommt wieder einmal aus den Schlagzeilen nicht heraus. Während erst kürzlich die Falschberatung und Urkundenfälschung bei der Postbank Finanzberatung AG berichtet werden musste, bringt die Stiftung Warentest heute ein noch größeres „Vergehen“ an das deutsche Tageslicht: Die Postbank AG begeht laut der renommierten Verbraucherschutzorganisation systematische Verstöße gegen den Datenschutz. Und das, obwohl gerade die Postbank mit einer klaren Aussage wirbt: „Ihre Daten sind ein hohes Gut und werden von unserer Seite streng vertraulich behandelt.“ Dies erscheint zumindest an erster Stelle, wenn bei Google „Postbank Datenschutz“ eingegeben wird. Doch nichts als bloße Worte scheint dies nun zu sein.


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Während die Postbank bis dato nicht zu einer Stellungnahme bereit war, fährt die Stiftung Warentest harte Geschütze auf. „ Die Postbank lässt Tausende von freien Mitarbeitern auf die Girokontodaten ihrer Kunden zugreifen. Dazu brauchen die Vertreter lediglich den Namen und das Geburtsdatum von Kunden in eine Unternehmensdatenbank einzugeben. Dann können sie nicht nur sehen, wie viel Geld ein Kunde auf dem Konto hat – sie haben ebenso Einsicht in alle Kontobewegungen.

Auch wenn der Kontoinhaber der Weitergabe seiner Daten an die freien Mitarbeiter nicht zugestimmt hat, kann der Berater die Kontodaten lesen.“ heißt es da heute in der Pressemitteilung der Verbraucherschutzorganisation. Dass dies laut geltendem Datenschutzgesetz nicht erlaubt ist, scheint der Postbank völlig entgangen zu sein? Nein, denn laut Stiftung Warentest weist die Postbank die auf reiner Provisionsbasis tätigen Mitarbeiter der Postbank Finanzberatung AG klar an: „ Die Postbank Finanzberatung AG gibt ihren Mitarbeitern hier vor, diese Informationen zwar zu nutzen, aber ihr Wissen im Kundengespräch vor den Kunden geheim zu halten.“

Interessant ist vor allem eines bei der Sache mit dem offensichtlichen, aber auch absichtlichen Datenleck bei der Postbank: Während nicht einmal die Daten von Prominenten geschützt werden, die ausdrücklich eine Weitergabe ihrer Daten untersagt haben, darunter auch „Axel-Springer-Vorstand Mathias Döpfner, der frühere Präsident von Borussia Dortmund, Gerd Niebaum, oder der Vorstand der Stiftung Warentest, Werner Brinkmann“, wie die Verbraucherschutzorganisation heute mitteilte, sind die Daten einiger Postbank-Chefs extra geschützt, damit die Berater der Postbank Finanzberatung AG darauf keinen Zugriff nehmen können.

Eine verkehrte Welt also, die sich da heute bei der Bank mit dem größten Privatkundengeschäft Deutschlands auftut. Die Methoden, die dabei angewendet werden, sind nicht zur zweifelhaft und fragwürdig, sondern verstoßen gegen geltendes Recht, und dies weiß die Postbank auch. Wir sind sehr gespannt, ob die Bank sich überhaupt zu einer Stellungnahme bereit finden wird. Denn dies sind sehr schwarze Flecken auf der sowieso nicht mehr ganz weißen Weste der Postbank AG. Wer seine Daten geschützt haben möchte, dem sei ein Wechsel zu einer anderen Bank empfohlen und die Kündigung seiner Konten bei der Postbank. Bei einem Ratenkredit etwa ist eine Kündigung nicht ganz so einfach, allerdings sollten Kunden sich bei der Suche nach einem neuen Finanzierungsangebot dieser Zeilen hier bewusst sein.

Was besonders auffällig ist: Die größten Datenskandale der Jahre 2008/2009 fanden und finden in ehemaligen Staatsunternehmen statt: Jetzt bei der Postbank, davor bei der Telekom und der Deutschen Bahn. Es ist an der Zeit, dass hier klare Fakten geschaffen werden und auch massiv eingegriffen wird von rechtlicher Seite, damit der Datenklau und die Datenlecks endlich ein Ende haben. Denn es wird ja hier nicht im kleinen Stil Mist gebaut mit den Kundendaten und den Daten von Mitarbeitern, die alle eigentlich geschützt werden sollten, sondern die Sache mit der Verwendung solcher Daten lief und läuft ja bei den genannten drei ehemaligen Staatsunternehmen im großen Stile ab. Und das ist ein Skandal, der sich lange in den Köpfen der Menschen festsetzen wird – so hoffen wir es wenigstens, damit sich endlich etwas ändert!

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