Auch die Banken in unserem Lande haben im Zuge der Finanzkrise viel Schelte bekommen und aushalten müssen. Nach und nach fing man sich jedoch oder wurde von staatlicher Seite aufgefangen, wie die Hypo Real Estate beispielsweise. Danach wurde es ruhiger um die Banken. Hier und da ein Gerichtsverfahren wie gegen die Frankfurter Sparkasse wegen der Zertifikate der Lehman Brother. Doch wirklich hellhörig wurde niemand mehr, wenn es um die Banken ging. Viele winkten nur noch ab, und es ging von einem Ohr rein und zum anderen Ohr wieder raus.
Nun aber wird wieder eine Stimme laut, die sich gegen die Banken in unserem Lande, bzw. gegen eine ganz bestimmte Bank, stellt. Die Stiftung Warentest, immer noch ein renommiertes Institut, wenn es um Tests im Sinne des Verbraucherschutzes geht, hat die Postbank ins Visier genommen.
Und da gibt es keine freundlichen Worte, die gefunden werden für die gelbe Bank, die bereits im letzten Jahr aufgrund ihres ehemaligen Chefs, Klaus Zumwinkel, für Schlagzeilen sorgte. „ Finanztest warnt vor Falschberatung bei der Postbank“ heißt es da nun aus dem Hause Stiftung Warentest. Und es kommt noch besser: “Falschberatung, Urkundenfälschung, sinnloses Umschichten von Verträgen – Finanztest liegen gleich mehrere Fälle vor, in denen Kunden der Postbank Finanzberatung AG übers Ohr gehauen wurden.”
Urkundenfälschung, ein heikles Thema, erst recht für einen Bankmitarbeiter. Trotz eindeutiger Sachlage, welche die Stiftung Warentest aufdeckte: “In drei Fällen fälschte ein Berater Unterschriften. Er unterschrieb für Kunden Verträge, die diese gar nicht haben wollten.”, schien die Postbank kein wirklich großes Interesse an der Aufklärung des Falles zu haben. Denn: „Erst nach Einschalten eines Anwalts löste die Postbank die Verträge wieder auf.“ Eine Entlassung hatte die Urkundenfälschung übrigens nicht zur Folge. “Der Berater durfte trotz der Urkundenfälschung weiter für die Postbank arbeiten.”, stellte Finanztest in der Folge fest.
Die Frage ist: Wie oft könnte so etwas möglicherweise noch vorgekommen sein, ohne dass die Kunden etwas davon merkten, oder sich dazu imstande fühlten, etwas dagegen zu unternehmen. Es scheint inzwischen zum Lieblings-) Sport mancher Banken zu gehören, dass vor allem ältere Menschen ins Visier der Kundenberater genommen und über den Tisch gezogen werden. Im Falle der Lehman Zertifikate waren es auch vor allem Senioren, denen etwas von einer angeblich ach so sicheren und völlig risikofreien Geldanlage erzählt worden war und die zum Teil ihr ganzes Erspartes für ihren Lebensabend verloren.
Die Postbank scheint hier den gleichen Weg gehen zu wollen. Ob die Deutsche Bank, noch Anteilseigner, bald Mehrheitseigner der Postbank, da auch mitziehen wird? Deshalb gilt nur immer wieder unser Rat: Schauen Sie genau hin, wem Sie Ihr Geld geben, überprüfen Sie immer wieder Ihre Kontoauszüge auf Abbuchungen, die Sie nicht in Auftrag gegeben haben. Und lassen Sie sich nicht überreden zu Geldanlagen, bei denen Ihr Bauch von vorneherein kein gutes Gefühl hat, bzw. deren Funktionsweise Sie nicht verstehen!
Denn so etwas wie die Stiftung Warentest nun bei der Postbank Finanzberatung AG aufdeckte, sollte nicht passieren. “So sind Senioren verstärkt Bausparverträge aufgeschwatzt worden, obwohl sie weder bauen noch renovieren wollten. Finanztest stieß gleich auf mehrere Fälle, in denen die Kunden weit über 100 Jahre alt werden müssten, um die Zuteilung ihres Vertrages zu erleben. In einigen Fällen wurden Kunden gleich mehrere Bausparverträge aufgeschwatzt. In anderen Fällen wurden Altverträge für eine Riesterfondsrente vorzeitig gekündigt und neue Verträge abgeschlossen. Ergebnis: Wieder können die Berater Abschlussprovisionen kassieren. Für Kunden ist ein solches Umschichten unsinnig und teuer.”
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