Santander Bank kauft deutsches SEB-Bank Filialnetz

Die spanische Großbank Santander, bei uns bislang nur bekannt als Konsumfinanzierer vor allem im Bereich günstiger Autokredite, kauft nun definitiv das deutsche Filialnetz der schwedischen SEB, die sich aus Deutschland zurückziehen möchte. Damit ist der Weg frei für eine Ausweitung der geschäftlichen Tätigkeiten der Banco Santander, die damit zur ernsthaften Konkurrenz für deutsche Banken werden könnte – vor allem im Bereich der Kredite für Verbraucher.

BestCredit der Santander Consumer BankDie 173 Filialen der SEB Bank mit in Deutschland haben insgesamt rund 2000 Mitarbeiter, die wohl alle von Santander übernommen werden, wie es derzeit aussieht. Die SEB-Filialen auf deutschem Boden sind für den Kaufpreis von 555 Millionen Euro an Santander verkauft worden – ein stolzer Preis, den der Mitbieter HypoVereinsbank nicht erreichen konnte.

Die spanische Bank, die in unseren Vergleichen durch die Santander Direkt Bank vertreten ist, kann damit ihr Kreditgeschäft in Deutschland stark ausweiten. Zudem könnten weitere Tätigkeitsfelder für die Großbank ausgebaut werden wie zum Beispiel Girokonten oder Geldanlagen wie Tagesgeldkonten oder Ähnliches. Es könnte auf jeden Fall zu überraschenden Neuangeboten kommen aus dem Hause Santander, nun da die Bank sich sehr verstärkt hat in ihrem Deutschlandgeschäft.

Die SEB hingegen wird nur noch als Vermögensverwalter und als Investmentbank in Deutschland tätig sein. Ob es hierfür neue Filialen speziell für die dazugehörige Kundenklientel geben wird, ist nicht bekannt.

Es könnte gut sein, dass Santander durch den Zukauf endlich die breite Aufmerksamkeit in Deutschland gewinnt, die gewünscht wurde. Angesichts der Tatsache, dass sich die Bankenlandschaft in unserem Land in den vergangenen Jahren stark geändert hat, könnten die Würfel gerade im Bereich Privatkunden langsam aber sicher neu gemischt werden.

Wenn die spanische Großbank durch den Kauf des deutschen Filialnetzes der SEB wirklich so gestärkt wird, wie zu vermuten ist, könnte hier eine ernsthafte Konkurrenz entstehen für die Deutsche Bank, die Commerzbank und die TARGOBANK, die neben den Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken auch weiter auf das Filialgeschäft bauen.

Was hingegen aus der Postbank werden wird, die wohl derzeit dem Deutsche Bank-Chef Ackermann arge Kopfschmerzen bereitet? Die Zukunft ist offen, der deutsche Bankenmarkt lebt!