Während in den vergangenen Monaten die Einführung neuer Eigenkapitalregeln für Banken in allen Ecken und Enden diskutiert wurden – und bald auch zu kommen schienen -, sieht die deutsche Bankenwelt heute wieder ganz anders aus. Die neuen Regeln für die Eigenkapitalquote bei Banken sollen nun doch erst auf Ende des Jahres 2012 kommen. Dies berichtete inzwischen mehrere Medien, woraufhin die Aktienkurse für Bankwertpapiere umgehend stiegen.
Warum der Basler Ausschuss für die Bankenaufsicht nun doch so entschieden haben könnte? Vielleicht weil der Druck der Banken zu stark war? Sicher ist, dass die Eigenkapitalquote eine wichtige Messlatte ist. Sie trifft eine Aussage darüber, wie viel Kreditvolumen eine Bank vergeben darf im Bezug zu ihrem Eigenkapital.
Eigentlich, ja eigentlich sollte die Quote aufgrund den ganzen Beben und Bankenpleiten im Laufe der Finanzmarktkrise verschärft werden. Doch wieder einmal kommt der Gedanke auf: Was stört mich mein Gerede von gestern? – Vor allem wenn es darum geht, die Vergabe günstiger Kredite klar abhängig zu machen vom Eigenkapital einer Bank.
Die Aktien der Deutschen Bank wie der Commerzbank stiegen heute deshalb auch gleich um mehrere Prozentpunkte. Bei der Deutschen Bank setzt sich das Bankenwertpapier im Moment mit einem Plus von 4,45 Prozent gegenüber gestern durch, die Commerzbank-Aktie stieg sogar um bislang 6,31 Prozent gegenüber dem gestrigen Börsenschluss. Im Moment sind damit beide Aktien mit Abstand die Gewinner des heutigen Börsentages.
Ein weiterer Grund für den starken Anstieg der Aktie der Commerzbank ist die heute herausgegebene Pressemitteilung des Geldinstitutes. „Commerzbank schließt Neuordnung der Vergütungsstrukturen ab“ heißt es da. Und weiter: „Der Aufsichtsrat der Commerzbank hat ein neues Vergütungssystem für den Vorstand beschlossen. In dem neuen Modell steigt das Gewicht des nachhaltigen Ergebnisses. Der Anteil der kurzfristig orientierten variablen Vergütung sinkt hingegen deutlich. Die langfristige variable Komponente richtet sich nach dem Aktienkurs und der vom Abschlussprüfer testierten finanziellen Entwicklung der Bank. Für die Bezüge der Vorstandsmitglieder wurden eine Obergrenze und Bonus-Malus-Regeln festgelegt.“
Damit unterwirft sich die Commerzbank den Forderungen der letzten und auch der aktuellen Bundesregierung, die Bonus-Regelungen maßgeblich zu verändern. Klaus-Peter Müller, der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Commerzbank bestätigte dann auch, worauf lange gewartet wurde: „Damit schließen wir die Neuordnung der Vergütungsstrukturen für die zentralen Positionen ab. Wir erfüllen alle G20-Vorgaben zur Managervergütung. Für 2010 gilt: Werden die stillen Einlagen des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung nicht bedient, werden die Zahlungen an jeden Vorstand auf insgesamt je 500.000 Euro begrenzt.” Für die Geschäftsjahre 2008 und 2009 war die Vorstandsvergütung der Commerzbank bereits gemäß der Vereinbarung mit dem Finanzmarktstabilisierungsfonds SoFFin auf 500.000 Euro begrenzt gewesen.
